Einige unsortierte Gedanken zum ersten #kultup mit Musik

Zuallererst ein paar Grundsatzfragen: Es ist ziemlich knifflig, während phantastischer Musik noch ans Schreiben zu denken selbst während einer Probe mit vielen Unterbrechungen – das geht wohl auch jedem Nichtmusikern so…
Noch dazu kommt mein kollegialer Respekt vor jedem anderem Profimusiker, daß man nur über Pleiten,Pech und Pannen, aber nie über Fehler und Schwächen schreiben würde , also diese “Oops, war das wirklich richtig???”-“Oh ich habe den Fehler gehört”-Momente hätten für mich nichts in einer Liveberichterstattung zu suchen!
Und wie diese kleinen Wunder beschreiben, wenn nach der Ansage eines Dirigenten etwas schon Gutes plötzlich noch besser oder ganz anders besser wird – und auch noch in 140 Zeichen??
Und der nächste grundsätzliche Punkt ist die Frage, ob und wie man dazu eventuell Hörschnipsel einbinden könnte. In Museum kann man ja die Kunst abbilden, hier schreiben wir aber “nur” über das Verfertigen der Vergänglichsten aller Künste..

Wenn man jetzt aber dieses “Nur” in “Ja, genau das!” dreht, kommt man zum frappierenden Charme dieses Experiments:
Wir Twitterer von Profimusiker bis hin zu Kulturarbeitern haben ein Kaleidoskop erstellt, das von außen einen ganz anderen Einblick ermöglicht als nur die Sicht eines Einzelnen, jedem von uns sind andere Dinge aufgefallen und in der Multitaskherausforderung war eine reflektive Reaktion auf meine Mittwitterer für mich kaum möglich- bis ich merkte, daß genau dies das Faszinosum für die Mitleser sein muß: Wir saßen ja alle direkt nebeneinender und es sind inhaltlich und stilistisch komplett verschiedene Tweets entstanden, die als Puzzle eine ganz neue Form ergeben und die ein einzelner Twitterer nie hätte alleine erstellen können!

Also im Rahmen von Tagen der offenen Tür oder Proben ( vorstellbar auch im Backstagebereich inclusive Organisation) finde ich das Experiment gelungen und ausbaufähig, wie man es im direkten Umfeld eines Konzertes einbinden könnte, da wird man sehen, was möglich ist ohne die Magie des Augenblicks zu verhindern, sondern ob man sie vielleicht sogar transportieren kann.

Zum Nachlesen:
Twitterwall: https://twitter.com/i/#!/search/?q=%23kultup&src=typd
Kultup: http://kultup.org/
Hessischer Rundfunk: http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=76751&key=standard_document_46045443

Author: Heike Matthiesen

classical guitarist

1 thought on “Einige unsortierte Gedanken zum ersten #kultup mit Musik”

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s